Zumal technische Werkzeuge und Ansätze oft lediglich darauf ausgelegt sind, spezielle Entwicklungsschritte wie bspw. den Entwurf, das Prototyping oder die Implementierung zu optimieren. Häufig handelt es sich dabei um Plattformen, bei denen der Schwerpunkt entweder auf Hardware oder auf Software liegt und die Integration des Gesamtsystems eine untergeordnete Rolle spielt. Ideal wäre es daher, wenn der Anwender sich auf seine Problemstellung konzentrieren könnte, anstatt die unterschiedlichsten Werkzeuge der jeweiligen Phase der Systementwicklung erlernen und sich dann auch noch mit deren Gesamtintegration herumschlagen zu müssen. Mit Graphical System Design steht dem Anwender eine methodische Grundlage zur Verfügung, die es ihm erlaubt, diese Anforderungen schneller zu adressieren als mit herkömmlichen Ansätzen. Der Ursprung des Graphical System Design geht zwar auf die Konzipierung von LabView als Systemdesignsoftware zurück, doch lässt sich prinzipiell jede beliebige Mess-, Steuer-, Regel- und Embedded-Anwendung immer in folgende Grundbausteine aufteilen: 1. I/O 2. Analyse 3. Verarbeitung 4. Programmierung 5. Benutzerschnittstelle 6. Ausführungsplattform Die Verknüpfung dieser Elemente über grafische Programmiertechniken inkl. Timing und Synchronisation (als siebtes Element) wird als Graphical System Design bezeichnet. Hierbei werden die gängigen Bestandteile einer Hardwareplattform (Verarbeitung (=Prozessoren, DSP, FPGA), Kommunikation und modulare I/O) auf einer Systemebene auf die gleiche Art abstrahiert wie Modelle und andere Softwareelemente. Dieser plattformbasierte Ansatz ermöglicht es dem Anwender, sich auf Innovationen bzw. seine Applikation zu konzentrieren, anstatt sich mit aufwändigen Systemdesignproblemen auseinandersetzen zu müssen. Die oben genannten Bausteine inkl. Timing- und Synchronisationsmöglichkeiten sind schematisch in Bild 1 veranschaulicht. Zusammenspiel der Grundbausteine Zur Verdeutlichung sehen wir uns beispielhaft an, wie einige Grundbausteine des Graphical System Designs ineinandergreifen. Betrachten wir zunächst den Aspekt der Systemabstrahierung: Die Systemdesignsoftware LabView integriert die oben genannten Systemelemente so, dass die Komplexität abstrahiert wird und der Anwender sich auf die Applikation konzentrieren kann, statt Systeme integrieren zu müssen. Dies lässt sich am besten am Beispiel der Integration der FPGA-Technologie erklären. Eine intuitive grafische Schleife mit Funktionsbausteinen kann tausende von Zeilen von entsprechendem VHDL-Code abstrahieren bzw. ersetzen. Kommunikationsprotokolle, DSP-Programmierung, Systemtiming, I/O, Analyse werden auf dieselbe Art und Weise abstrahiert. Dadurch kann der Anwender sich auf den Einsatz von Technologien konzentrieren, mit denen letztendlich der Zweck des Systems erfüllt wird, ganz egal, ob es sich um ein Steuer-, Test- oder Embedded-System handelt. Ohne diesen Ansatz ließen sich handelsübliche Technologien kaum ohne erheblichen Aufwand in ein System integrieren. Sehen wir uns nun den Aspekt \“Programmierung\“ bzw. \“Models of computation\“ genauer an: Dieses Framework erlaubt es dem Anwender, über LabView als einzige Entwicklungsumgebung Anforderungen, die in der Praxis eigentlich nicht in Einklang zu bringen sind und in der Regel unterschiedliche Entwicklungsumgebungen fordern, schneller zu adressieren als es bei herkömmlichen Systemdesignansätzen der Fall ist. Beispiel: Will man die Gesamtfunktionalität des Systems programmatisch abbilden, so müssen verschiedene Teilkomponenten über unterschiedliche Methoden beschrieben werden. Während die parallele Programmierung etwa am besten durch Datenfluss dargestellt wird, lassen sich mathematische Algorithmen besser in textueller Form kodieren. Ebenso denkbar sind zustandsbasierte Strukturen oder klassische Programmiersprachen wie C oder gar eine Mischung aus allen Darstellungsmethodiken. LabView erlaubt die Integration all dieser Methodiken in einer einzigen Entwicklungsumgebung, so dass die unterschiedlichen Komponenten des Systems auf die jeweils beste Art beschrieben werden können. Anwendungen Mess-, Steuer-, Regel- und Embedded-Applikationen kommen in den unterschiedlichsten Branchen und Anwendungsbereichen zum Einsatz. In allen Industriezweigen wird sehr viel geforscht und entdeckt – und dies erfordert die Entwicklung neuer, der jeweiligen Applikation angepasster Werkzeuge, mit denen sich realitätsnah messen, steuern, regeln und darstellen lässt. Graphical System Design als methodische Grundlage für die Erstellung solch benutzerspezifischer Werkzeuge erlaubt letztendlich, das Problem überhaupt zu erfassen und anschließend zu lösen. Mit dieser Grundlage kann der Forscher z.B. sehr schnell verschiedene Möglichkeiten untersuchen, ohne übermäßig viel Zeit darauf zu verwenden, ein System von Grund auf neu zu erstellen, nur um das richtige Messgerät für die Erforschung eines physikalischen Phänomens zu erhalten. Somit kommt er schneller zum Ergebnis, egal, ob er im CERN Atome miteinander kollidieren lässt oder an der Entwicklung von Krebserkennungssystemen der nächsten Generation arbeitet. Sei es der Energiebereich, die Biomedizin, die Kernfusion oder die anspruchsvolle Robotik (um nur einige zu nennen) – das Einsatzspektrum dieses methodischen Ansatzes ist vielfältig und der Phantasie des jeweiligen Anwenders keine Grenzen gesetzt. Fazit Die vorgestellte methodische Grundlage zur Lösung von technisch-wissenschaftlichen Problemen lässt sich folgendermaßen skizzieren: Sie umfasst sowohl Software als auch Hardware. Sie ist modular und rekonfigurierbar. Sie abstrahiert Komplexität, integriert kommerzielle Technologien und stellt vielfältige Ausführungsplattformen zur Verfügung, die auf derselben rekonfigurierbaren Architektur basieren. Baut man auf diesen plattformbasierten Ansatz, so verfügt man über eine solide Basis für eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme und Anwendungen, ohne dass man jedes Mal erneut ein anderes Werkzeug erlernen muss. Aufgrund der software-zentrischen Ausrichtung und der Unterstützung durch ein ganzes System von Partnern kann der Anwender sein System schneller und kostengünstiger an sich ändernde Anforderungen anpassen bzw. neue Technologien integrieren, als es mit Insellösungen möglich ist.
Graphical System Design Die sieben Elemente von Mess-, Steuer- und Regelsystemen
-
Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Umsatz steigt an
Der nominale Umsatz der heimischen Elektro- und Digitalunternehmen kam im Februar auf 17,8Mrd.€.
-
Gutes Wachstum bei IFM 2025
Das Jahr 2025 ist für die IFM-Unternehmensgruppe sehr positiv zu Ende gegangen.
-
Für souveräne Industrial AI und Edge-to-Cloud-Infrastrukturen
Kooperation von German Edge Cloud und Schwarz Digits
Durch eine Kooperation von German Edge Cloud (GEC) und Schwarz Digits soll eine souveräne europäische Cloud-Infrastruktur bereitgestellt werden.
-
Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2026: Bruttoinlandsprodukts soll um 0,6% steigen
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die deutsche Konjunktur nach einem mehrjährigen Abschwung zwar in einer Erholungsphase, erwarten aber für 2026 nur eine moderate Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,6% und…
-
Schnelle Reaktion auf Lastsprünge
2000W-DIN-Rail-Netzteil
Mit seinem neuen AC/DC Netzteil-Serie CPS-EC2000 erweitert Camtec Power Supplies sein Portfolio an…
-
Brasilien stärkt seine Rolle als Industriepartner
Der brasilianische Maschinen- und Anlagenbau zeigt auf der Hannover Messe 2026 seine technologische…
-
Dreiphasiges Monitoring elektrischer Lasten
Dreiphasiger Smart-Sensor-Strom mit IO-Link
Der neue kompakte dreiphasige Smart Sensor Strom ESS 076 mit IO-Link erfasst alle…
-
Für Edge Computing
Lüfterloser Industrie-PC
Mit dem MIC-785 erweitert BMC Solutions sein Portfolio um einen kompakten Industrie-PC für…
-
Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Aufträge ziehen auch im Februar leicht an
Mit einem Plus von 1,8% bei den Auftragseingängen gegenüber dem Vorjahr beschließt die…
-
Produktion in energieintensiven Industriezweigen um 1,9% gestiegen
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen…
-
Open SmartFactory Architecture auf der Hannover Messe
Produktionssysteme werden zunehmend vernetzter, individualisierter und dynamischer.
-
Auf den µm genau positioniert
Die Schrittmotoren der PKP?Serie hat Oriental Motor für Anwendungen entwickelt, die hohe Drehmomente…
-
IO-Link für hochdynamische Anwendungen
Baumer hat auf der Hannover Messe ein umfassendes IO-Link-Gesamtpaket präsentiert, das eine durchgängige,…
-
+3,6% zum Januar
Exporte im Februar 2026 gestiegen
Im Februar 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber Januar 2026 kalender- und saisonbereinigt…
-
Für skalierbare industrielle Netzwerke
CAN-FD-zu-Ethernet-Gateway
In vielen CAN-zu-Ethernet-Systemen führt die Übertragung von Ethernet-Frames für jede CAN-Nachricht zu übermäßigen…
-
Präzise positionieren
Mit vier Baugrößen von 30 bis 120 decken die manuellen Linearantriebe der Baureihe…
-
Antriebsanalyse mit KI
Der Drivetrain Analyzer Onsite (DTA Onsite) ist eine neue On?Premises?Analytiklösung für industrielle Antriebe…
-
Roboterdichte steigt in Europa, Asien und Amerika
Westeuropa installierte 2024 im verarbeitenden Gewerbe einen Rekord von 267 Industrierobotern pro 10.000…
-
Hochschulausgaben 2024 um 5% gestiegen
Im Jahr 2024 haben die öffentlichen, kirchlichen und privaten Hochschulen in Deutschland insgesamt…
-
Entwicklung der Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe für Februar
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts legten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Februar…
-
Deutscher Maschinenbau 2030
KI entscheidet über Zukunft der Branche
Produktion, Qualitätssicherung, Materialhandling oder Wartung: Der Anteil der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau,…
-
Für Einsatz in Zone 2
Sicherheitsschaltgerät für Ex-Bereiche
Mit dem neuen Sicherheitsrelais PSR-MC35-EXI baut Phoenix Contact sein Safety-Portfolio weiter aus.
-
Neuer Bain-Report zu Fusionen
Weltweiter M&A-Markt geht mit Schwung ins neue Jahr
Der weltweite Markt für Fusionen und Übernahmen ist gut aufgestellt, seinen Aufwärtstrend auch…
das könnte sie auch interessieren
-
Komplexe Bewegungen über High-Level-Sprachen steuern
Es geht auch ohne Echtzeit
-
-
-
















