Wie bereits erläutert, beinhalten Interfaces nur Methoden – Funktionsblöcke aber haben ebenso Daten. Somit stellt sich die Frage: Wie bekommt man über ein Interface den Zugriff auf diese Daten? Einfache Antwort: Man schreibt eine Methode, die das gewünschte Datum zurückliefert, wie etwa \’GetName\‘ oder \’IsReady\‘. Konsequent angewendet erzeugt der Applikationsprogrammierer ziemlich schnell Pärchen von Funktionen der immer gleichen Art, wie z.B. \’GetName\‘ / \’SetName\‘ oder \’IsReady\‘ / \’SetReady\‘. Solche Methodenpaare, die im Wesentlichen nur den Zugriff auf ein Datum freigeben, kann man zusammenfassen zu einem Property. Datenhandling mit Properties Nehmen wir als Beispiel das Interface IDrive vom vorangehenden Artikel der Serie und erstellen wir ein erweitertes Interface INamedDrive. Ein Property ist dabei eine Kombination aus zwei Methoden, die den Schreibzugriff bzw. Lesezugriff auf ein Datum kapseln. Für den Benutzer des Properties stellt sich dieses dabei wie eine Variable dar. Der Compiler sorgt automatisch für den Aufruf der richtigen Zugriffsmethode bzw. meldet einen Fehler, wenn diese nicht implementiert ist. So wird man vermutlich INamedDrive im obigen Beispiel nur mit einem lesenden Zugriff auf den Namen ausstatten und damit das Schreiben unterbinden. Im Hauptbaustein PLC_PRG (aus dem vorangegangen Artikel) deklarieren wir einen Funktionsblock CANopen_DriveB_Named, der das neue Interface implementiert. Im Rumpf des Bausteins in Bild 2 kann jetzt auf das Property wie auf eine Variable zugegriffen werden. Will man nun den Zugriff auf komplexe Datentypen wie z.B. eine Struktur erlauben, dann kann ein Property jedoch problematisch sein. Meist will der Applikationsprogrammierer ja nur auf ein einziges Strukturelement zugreifen. Eine Methode, die dahintersteckt, liefert allerdings immer die gesamte Struktur zurück. Das bedeutet: Übergibt man einem Property direkt den Datentyp Struktur, dann werden zu viele Daten kopiert – und das wirkt sich auf die Laufzeit des Programms aus. Wie kann man dieses Problem umgehen? Die Antwort liefert der Datentyp \’REFERENCE TO\‘. Referenzen Eine Referenz ist eine Variable, die immer auf eine andere Variable verweist. Manipuliert man die Referenz, dann manipuliert man eigentlich die referenzierte Variable. Vom Pointer unterscheidet sich die Referenz dadurch, dass man die Referenz nicht explizit de-referenziert, sondern jeder Zugriff direkt auf die referenzierte Variable erfolgt. Ein Beispiel: Natürlich ist das Beispiel in Bild 3 erst einmal nicht sinnvoll, es soll jedoch die Verwendung von Referenzen in sinnvollen Anwendungen erläutern. Eine davon ist die Rückgabe von Daten bei Properties. Für unser Beispielprojekt nehmen wir eine Struktur DriverInfo an, mit den Elementen Name und Version. Statt zwei Properties für den Namen und die Version könnte man auch die gesamte Info als Struktur zurückliefern. Den Funktionsblock Canopen_DriveB_Named geben wir noch eine zusätzliche Methode. Diese liefert nicht einen einfachen Datentyp, sondern eine ganze Struktur zurück. Properties bieten somit die Möglichkeit, einen funktionalen Zugriff auf Daten zu veröffentlichen. Diese Zugriffsform entspricht den Forderungen der OOP nach Datenkapselung und ermöglicht gleichzeitig dem Programmierer den Komfort eines einfachen Datenzugriffs. Wie im Beispiel erläutert, kann der Applikationsprogrammierer solche Properties auch in einem Interface definieren und dadurch indirekt eine Vorschrift über die Daten in einem Funktionsblock formulieren. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit von Properties ist die Rückgabe von skalierten Werten: So könnte ein Funktionsblock einen Wert in der Einheit Zentimeter speichern. Mit einem eigenen Property wird der Wert aber in der Einheit Zoll zurückgeliefert. Datentyp-Abfragen auf Interfaces: Casts Das Beispiel führt uns direkt zum nächsten Thema, der Typ-Konvertierung und Typ-Abfragen (Casts). Wir haben in Bild 2 im PLC_PRG ein Array von Elementen vom Typ IDrive definiert. Nur ein Element des Arrays definiert zusätzlich das spezialisierte Interface INamedDrive. Ob der Antrieb jedoch einen Namen hat oder nicht, sprich, ob er das Interface INamedDrive implementiert, kann an der Verwendungsstelle von Bedeutung sein. Dafür muss man zur Laufzeit Typinformation eines Objekts erfragen können. Für diese Aufgabe gibt es in CoDeSys den Operator __QUERYINTERFACE. Er erwartet zwei Operanden: zum einen das Interface-Objekt, von dem man ein anderes Interface erfragen will, zum anderen eine Interface-Variable mit dem Typ, auf den man prüfen will. Der Operator selbst liefert als Ergebnis TRUE, wenn der Cast, sprich die Typabfrage erfolgreich war. Zur Erläuterung verwenden wir den Funktionsblock CheckDriveError (siehe zweiten Teil der Artikelserie) und erweitern ihn um die Ausgabe eines Fehlertexts über die Variable stError. Der Code-Teil in Bild 5 lässt sich leicht nachvollziehen: __QUERYINTERFACE fragt den per Interface IDrive übergebenen Antrieb, ob er zusätzlich auch das Interface INamedDrive implementiert. Ist das der Fall, so gibt stError eine Fehlermeldung mit dem Antriebsnamen, statt einem allgemeinen Text zurück. Ein weiterer Anwendungsfall der Casts ist zwar seltener, aber dennoch möglich: von einer Interface-Referenz wird die Instanz benötigt, auf die sie verweist. In Codesys ist der geeignete Operator dafür __QUERYPOINTER. __QUERYPOINTER erwartet ebenfalls zwei Operanden: eine Interface-Referenz sowie einen Pointer auf einen Funktionsblock. Allerdings muss der Programmierer in diesem Fall selbst dafür sorgen, dass der Typ des POINTERs nach dem Cast auch richtig ist. Das Code-Stück in Bild 6 erläutert eine Verwendungsmöglichkeit des Operators: Von einer Interface-Referenz wird eine Kennung abgefragt, die in diesem Fall dem Typnamen entspricht. Somit weiß der Programmierer, welchen Typ die Instanz hat, auf die die Referenz verweist und er kann gefahrlos mit dem Pointer weiterarbeiten. Fazit Geht man den Weg zur objektorientierten Applikationsprogrammierung innerhalb der IEC61131-3 konsequent weiter, dann helfen Properties bei der Kapselung von Daten. Zusätzliche, auf der OOP basierende Operatoren, bewahren auch in komplexen Applikationen den Überblick. Der Nutzen: einfach wiederverwendbare Steuerungsprogramme. Der Sprachumfang des marktführenden IEC61131-3 Programmiersystems CoDeDys erfüllt die diesbezüglichen Erwartungen von erfahrenen Applikationsprogrammierern.
Handling von Daten und Aufrufsinformationen
-
Neue Steckverbindergröße
Spart bis zu 40% Bauraum
Mit der neuen Baugröße 4 erweitert Harting seine Steckverbinder-Baureihen Han-Eco, Han B und Han HPR.
-
Akustische Bildgebungskamera Flir Si2-Pro
Akustische Bildgebung zur Leck- und Fehlererkennung
Mit der Si2-Pro erweitert Flir sein Portfolio akustischer Bildgebungskameras für industrielle Diagnoseaufgaben.
-
Physical AI live erleben: Beckhoff auf der HMI 2026
Die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI stand im Mittelpunkt des Auftritts von Beckhoff auf der Hannover Messe 2026.
-
Ermöglicht zwei Synchronbewegungen
Antriebssystem für Logistik
Das Antriebssystem DualGear von Faulhaber wurde gezielt für Anwendungen in Förderbändern sowie in kompakten Radantrieben autonomer Logistiksysteme konzipiert.
-
Zukunftssichere Maschinenvisualisierung
Webbasiertes HMI
Weidmüller kombiniert die Touchpanelserie U-View Advanced V2 sowie das Web-HMI Procon-Web ES zu einer Bedienlösung.
-
Neues Modell von Voltcraft jetzt auf der Conrad Sourcing Platform erhältlich
Wärmebildkamera für präzise Thermografie
Mit der WB-430 erweitert Voltcraft sein Messtechnik-Portfolio um eine Wärmebildkamera für professionelle Prüf-…
-
Middleware zur Anbindung von Maschinen, Anlagen und IT-Systemen
Audit-Trail für regulierte Produktionsumgebungen
Mit Release 4.3 erweitert Kontron AIS seine Middleware FabEagle Connect um neue Funktionen…
-
Hochsicherer Entwicklungsprozess für Industrieprodukte:
Genua erhält IEC-62443-4-1-Zertifikat
IT-Sicherheitshersteller Genua wurde nach IEC62443-4-1 zertifiziert.
-
Color Camera für hochpräzise RGB-Druckmarkenerkennung
Closed-Loop-Vision für ausschussfreie Druckproduktion
B&R erweitert sein Vision-Portfolio um eine neue Color Camera zur hochpräzisen RGB-Druckmarkenerkennung.
-
NewGen Multitouch-HMIs
Volle Visualisierungspower
Mit der NewGen-Serie bietet Sigmatek leistungsfähige Web-Panels für anspruchsvolle Visualisierungsaufgaben.
-
Embedded-Modul
Multiprotokoll-Modul für cybersichere industrielle Kommunikation
Hilscher stellt mit dem comX 90 ein neues Embedded-Modul für industrielle Kommunikationsschnittstellen vor.
-
CleverReader
Kompakter Codeleser für schnelle Anwendungen
Mit dem CleverReader von Pepperl+Fuchs steht ein stationärer 1D-/2D-Codeleser für zuverlässige Identifikationsaufgaben in…
-
TÜV Nord: Zertifizierung für sichere Entwicklungsprozesse
Bachmann Electronic erlangt IEC62443-4-1 – ML 3
Bachmann Electronic hat die Zertifizierung nach IEC62443-4-1 auf Maturity Level 3 erreicht.
-
Eigene Sensortechnik schützt die Produktion vor ungeplanten Stillständen
Moneo macht Maintenance smart
Wer Sensoren und Automatisierungskomponenten für die Industrie fertigt, muss in der eigenen Produktion…
-
FMEA trifft künstliche Intelligenz
Für präzise, konsistente und nachhaltige Analysen
Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) gehört seit Jahrzehnten zum Kern des präventiven Qualitätsmanagements.…
-
Nur ein Drittel fühlt sich gut auf den CRA vorbereitet
Laut aktueller Umfrage des AMA Verbands ist die Vorbereitung der Unternehmen auf den…
-
78,6% durch Iran-Krieg verunsichert
Die Unsicherheit unter den Unternehmen in Deutschland hat in den vergangenen Wochen deutlich…
-
Robuste Connectivity als Rückgrat der hypervernetzten Produktion
Netzwerke für Digitalisierung in rauer Umgebung
R&M entwickelt durchgängige Infrastrukturlösungen für industrielle Datennetze – von der Feldebene bis zur…
-
Hannover Messe mit Besucherrückgang zu 2025
110.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nahmen an der weltweit führenden Messe…
-
Hohe Reinheit auf langen Wegen
Reinraum-Energieführung
Ob in der Mikroelektronik, der Halbleiter- oder der Batteriefertigung, überall geht es um…
-
Mit integrierter Statusanzeige
Beleuchteter RFID-Kartenhalter
Für seine RFID-Systeme hat Georg Schlegel einen beleuchteten Kartenhalter entwickelt, der funktionale Anforderungen…
-
Habia stellt Führung neu auf
Habia gibt zwei bedeutende Veränderungen in der Unternehmensführung bekannt: Zum 1. April übernimmt…
-
Sieb & Meyer erweitert Fertigungskapazitäten in Lüneburg
Im zweiten Quartal verlagert Sieb & Meyer Teile seiner mechanischen Fertigung in eine…
-
Lapp: zwischen globalen Kundenerwartungen und lokaler Flexibilität
Lapp positioniert sich zwischen zwei Logiken: international einheitliche Standards auf der einen und…
das könnte sie auch interessieren
-
-
MVO und CRA: Was Maschinenbauer jetzt wissen und tun müssen
Zwei Fristen, eine Verantwortung
-
Sensorlose Sicherheitsfunktionen für die Antriebstechnik
Werkzeugmaschinen & Co sicher betreiben – ohne Drehzahlgeber
-
Für kleinere bis mittlere Anlagenbauer
Drahtkonfektionier-Vollautomat
















