Die Vielfalt der Produkte auf dem Markt der Kombi-SPSen hat in den letzten Jahren ein neues Hoch erreicht. Ein Anwender muss also genau hinsehen, um aus dem großen Angebot die richtige Wahl für seine Anforderungen zu treffen. Vom Zweizeilendisplay bis zum hochauflösenden Grafikbildschirm mit Touchscreen, für jeden Anwendungsfall gibt es das geeignete \“Kombikonzept\“. Während die Steuerung im Hintergrund läuft, lassen sich Ablauf und Aufgaben auf den Displays darstellen. Grenzwertüberschreitungen oder Störungen der Anlage werden auf dem Display angezeigt. Für den Servicetechniker lässt sich die integrierte Bedieneinheit als direktes Werkzeug zur Diagnose nutzen, vorausgesetzt, es wurde genügend Aufwand in die Programmierung gesteckt. Die Unterschiede der Kombigeräte zeigen sich nicht nur in der Displaygröße und den angebotenen Displaytypen, sondern auch in der Anzahl der Bedienelemente, den Funktionstasten, numerische Tastenblöcke sowie Spezialtasten umfassen können. Daneben bieten Touchscreens eine Alternative zu den Tasten. Das Display eines Touchscreens kann ohne die es umgebenden Tastenfelder mehr Sichtfläche bieten. In bestimmten Fällen können jedoch externe Tastenfelder sinnvoll sein, da sie direkt zu erreichen sind und die Display-Anzeigefläche nicht einschränken. Da die Schutzart oft IP65 erfüllt, können die Komplettgeräte mit größerem Display direkt in die Fronttür eines Schaltschrankes, in eine Schalttafel oder im Maschinengehäuse eingebaut werden. Geräte mit kleinerem Display und wenigen Funktionstasten sowie einer geringeren Schutzart als IP65 lassen sich gut im Schaltschrank montieren, da sie in der Regel für die Hutschienenmontage ausgelegt sind. Vorteile Zunächst einmal darf man von einem Kombigerät alles erwarten, was in Einzelgeräten auch angeboten wird. Das betrifft die Eigenschaften der Hardware bezüglich Visualisierungseigenschaften (Auflösung, Touch usw.) ebenso wie die der Steuerung (Performance, Anschlüsse, Modulerweiterungen, Kommunikation usw.). Die Vorzüge eines Komplettgerätes, also einer SPS mit Bedieneinheit, sind darüber hinaus u.a. der geringe Platzbedarf und die daraus folgende Kostenersparnis. Durch ihre kompakte Bauweise ergeben sich geringere Anschaffungskosten gegenüber einer vergleichbaren modularen Lösung. Der benötigte Einbauplatz direkt an der Maschine wird reduziert. Entscheidung im Engineering SPSen mit integrierter Bedieneinheit sollten jedoch mehr sein als ein Panel mit angeschraubter SPS: Der wesentliche Vorteil einer integrierten Lösung sollte das durchgängige Engineering sein. Im Idealfall verringert sich durch die anschlussfertige Komplettlösung eben nicht nur der Installations-, sondern insbesondere der Engineeringaufwand. Viele Kombigeräte bieten Durchgängigkeit auch in Datenhaltung, Kommunikation und Engineering. Bei Geräten, die Steuerungs- und Visualisierungsfunktionen nahtlos integrieren, sind zwar unter Umständen längere Einarbeitungszeiten in die Komponente erforderlich, da sie oftmals sehr firmenspezifisch aufgebaut sind. Im Ergebnis kann sich der Aufwand jedoch lohnen, insbesondere, wenn sich dadurch doppelte Dateneingaben (z.B. Variablennamen) und zusätzliche Schnittstellen (z.B. OPC) erübrigen. Kosten Auswahlkriterium für das geeignete Gerät ist neben der Leistungsfähigkeit der Engineeringumgebung, der Flexibilität hinsichtlich der Integrationsfähigkeit und der Erweiterbarkeit sicherlich auch der Preis. Der Anspruch zur Kosteneinsparung bei der Automatisierung von Maschinen und Anlagen tritt immer stärker in den Vordergrund. Das Komplettgerät bietet die Chance einer schnittstellenfreien Integration des Automatisierungssystems mit der Bedieneinheit. Systeme zur Visualisierung und Beeinflussung des Prozesses dienen als Bindeglied zwischen Bediener und Maschine. Eine besondere Rolle kommt dabei der Diagnose der Maschinen und Anlagen im Fehlerfall zu. Gute Diagnose bedeutet immer auch kurze Stillstandszeiten und damit erhöhte Wirtschaftlichkeit. Daher ist der Aufwand für den Maschinenbau zwar zunächst höher, die Endkunden und der Service werden es jedoch danken, wenn Fehler schnell lokalisiert und behoben werden können. Durch die Status- und Diagnosemeldungen im Frontdisplay des Komplettgeräts hat der Bediener alles im Blick und braucht die Information nur abzulesen. Das suchen von Status-LEDs im Schaltschrank oder an der Maschine ist eben nicht mehr zeitgemäß. Komfortable Bedienung wird natürlich nicht nur im Fehlerfall benötigt: Wer sich Mühe macht, die Bedienerführung intuitiv und eindeutig zu gestalten, ermöglicht seinem Kunden die Erhöhung von Produktivität und Qualität. Die vorhandenen Daten in Informationen zu verwandeln, die für die jeweilige Situation benötigt werden, ist also die Hauptaufgabe des Anwendungsprogrammierers. Durch eine einheitliche Programmiersoftware für Bedien- und Beobachtungsgerät ergibt sich ein geringerer Engineeringaufwand und die Inbetriebnahmezeiten werden erheblich verkürzt. Skalierbarkeit Die Skalierbarkeit von Steuerungssystemen ist insbesondere für Maschinen- und Anlagenbauer notwendig, die mehrere Leistungsklassen von Maschinen anbieten: Anwendungsprogrammierer müssen sich dann nicht ständig auf neue Steuerungen einstellen, nur weil die Leistung der gewählten Steuerung für das nächste Projekt nicht ausreicht. Skalierbarkeit bedeutet, einfach die nächst höhere Leistungsklasse der Steuerung wählen zu können, ohne das SPS-Programm neu entwickeln zu müssen. Einige der vorgestellten Systeme sind Bestandteil einer solchen Automatisierungsfamilie und lassen den Sprung auf nächst höhere Steuerung zu. Fazit Bei einer Vielzahl von Anwendungen im Maschinenbau, der Fertigungsautomatisierung oder in der Mess-, Steuer- und Regeltechnik ist eine Schnittstelle zum Bedienen und/oder Beobachten unumgänglich. Die Verschmelzung einer SPS oder allgemein einer Steuerung mit einem Display und einem Tastenfeld liegt daher nahe. Diese Verschmelzung ermöglicht nicht nur das Bedienen und Beobachten vor Ort, es reduziert gleichzeitig den Geräteaufwand und die Schnittstellenanpassung. Die heutigen Kombigeräte sind sehr leistungsfähig, flexibel und besitzen ein hohes Einsparungspotenzial. Sie erschließen daher für kleinere Maschinen Visualisierungsmöglichkeiten, die bisher nur deutlich größeren und teureren Maschinenserien vorbehalten waren. Hinsichtlich der Ausstattung muss der Anwender dabei keine Einschränkungen in Kauf nehmen. Alle Module und Schnittstellen, die aus der SPS-Welt bekannt sind, gibt es auch in der Kombi-Klasse. Dem Aufbau einer Automatisierungslösung mit \“All in one-Komponenten\“ sollte also nichts mehr im Wege stehen.
Kombigeräte: SPSen mit Bedieneinheit: Kompakte Vielfalt
-
Für Hochschwindigkeitsanwendungen
Sensorlose Fangschaltung
Mit Flying Restart erweitert Sieb & Meyer den Funktionsumfang seiner Drive Controller aus der SD4x-Familie.
-
Für sicherheitskritische Anwendungen
Batterielose Multiturn-Kit Encoder
Posital hat zwei neue Drehgeber-Modelle (Kit Encoder) für sicherheitskritische Anwendungen vorgestellt.
-
Hutschienen-PC für raue Bedingungen
Das IT-Rückgrat der Fabrik
Die Industrie ist ein Gewohnheitstier. Sind Komponenten einmal eingebaut, müssen sie jahrelang ihre Funktion erfüllen. Keine einfache Aufgabe in der IT-Infrastruktur, die von einer kontinuierlichen Weiterentwicklung geprägt ist.…
-
Rose Systemtechnik-Geschäftsführer zum Vorstand des VDMA Elektrische Automation gewählt
Mathias Wolpiansky ist jetzt Vorstands-Mitglied des VDMA-Fachverbands Elektrische Automation.
-
Überbrückung von Netzunterbrechnungen
Puffermodule mit 20 und 40A
Mit den neuen PCC-1424-200-0 und PCC-1424-400-0 erweitert Block sein Portfolio um leistungsstarke Puffermodule…
-
Stromversorgung
IPC-Netzteil erhält Schutzlackbeschichtung für raue Umgebungen
Bicker Elektronik erweitert sein lüfterloses 200W-Industrie-PC-Netzteil BEP-520C um eine standardmäßige Schutzlackbeschichtung (Conformal Coating).
-
Mit dem Smartphone auslesbar
Nutzungsüberwachung für Crimpwerkzeuge
Im Schaltschrank- und Maschinenbau hängt die Qualität elektrischer Verbindungen maßgeblich von der Zuverlässigkeit…
-
Sensorik
Induktiver Wegsensor überwacht thermische Gehäusedehnungen
Avibia erweitert sein Portfolio zur Schwingungs- und Zustandsüberwachung um den induktiven Wegsensor HEP-100…
-
Kanalabsicherung mit Switch-Mode-Design
Intelligente Fehlerstrategie für DIN-Schienen-Netzteile
24V-Schaltschränke für die DIN-Schiene enthalten wichtige Stromversorgungs- und elektronische Sicherungsvorrichtungen (E-Fuses) für eine…
-
Cybersecurity
Arm-basierte Industriecomputer erhalten IEC62443-4-2-SL2-Zertifizierung
Moxa hat für seine 64Bit-Arm-basierten Industriecomputer der UC-Serie mit dem Betriebssystem Moxa Industrial…
-
Industrielle Kommunikation
Modulare Routergeneration kombiniert Flexibilität, Edge Computing und Security
Insys Icom erweitert sein Portfolio um die modulare Routergeneration MRX.neo.
-
Engineering & Digitalisierung
Der ganz einfache Einstieg in die Produktionsanalyse
Mitsubishi Electric erweitert sein Softwareportfolio um die browserbasierte DataNavigateApp.
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an…
-
Interview: Wie Hilscher und Schwarz Digits eine europäische Edge-to-Cloud-Infrastruktur für industrielle Datenräume und digitale Services aufbauen
Datensouveränität beginnt an der Maschine
Maschinendaten gelten als Grundlage für digitale Services, KI-Anwendungen und neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig steigen…
-
Rekordbeteiligung beim 2026 European Ethercat Plug Fest
Das 36. European Ethercat Plug Fest endete nach zwei intensiven Tagen am 15.…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter…
das könnte sie auch interessieren
-
Intelligentes Transportsystem sorgt für mehr Flexibilität beim Labeling
Digitaldruck in sechs Freiheitsgraden
-
Ansatz für nachhaltige Produktentwicklung
Neue Kategorie der Weltdarstellung
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
-
















