Was sind die typischen Gründe, warum Unternehmen Manager auf Zeit benötigen? Dr. Görres: Die Gründe können sehr unterschiedlich sein, von harmlos bis dramatisch, aber ein Element ist allen gemeinsam: Meistens handelt es sich um kaum oder gar nicht planbare Sondersituationen. Ein harmloses Beispiel ist ein Mutterschaftsurlaub mit anschließender Elternzeit – so entstehen Vakanzen von Jahreslänge, die man nicht mehr mit Bordmitteln überbrücken kann. Dramatischere Beispiele sind Umbau- und Sanierungsfälle, bei denen sich das gesamte Unternehmen verändert oder Teile des Unternehmens verkauft werden müssen. In der Mitte zwischen harmlos und dramatisch liegen zum Beispiel anspruchsvolle Veränderungsprojekte, die wegen ihrer Komplexität, schieren Größe oder Dringlichkeit von externer Unterstützung nur gewinnen können. Wie muss man sich Ihre Suche nach einem geeigneten Kandidaten für das Unternehmen vorstellen, der möglichst sofort verfügbar ist? Dr. Görres: Für den Kunden ist das einfacher als viele denken – vor allem wenn Sie professionelle Provider einschalten, wie etwa ZMM. Denn unser Job ist ja, auf diese Aufgaben mit großen Pools und guter Kandidatenkenntnis absolut vorbereitet zu sein. Der Kunde muss nichts anderes tun, als uns sein Problem so präzise und aufrichtig wie möglich zu schildern. Für die meisten Fälle haben wir die geeignete Person schon in unserem Pool. Meist können wir dann in ein bis zwei Tagen konkrete Personen vorschlagen. Wunder dauern schon mal etwas länger. Wenn der Kunde ebenso rasch entscheidet wie wir, kann schon eine Woche später der Einsatz beginnen. Wo es länger dauert, liegt es meist an Entscheidungsproblemen beim Kunden. Wie kann gewährleistet werden, dass Unternehmen und Interim Manager auch zusammenpassen, also die Chemie stimmt? Dr. Görres: Das Zusammenpassen der Chemie ist immer auch ein Stück weit Glück, das kann man nicht erzwingen. Aber bei Interim-Projekten, die ja selten länger als ein Jahr dauern, meist sechs bis zehn Monate, ist der Chemiefaktor nicht so wichtig wie bei einer Festanstellung, die viele Jahre lang halten soll. Es geht ja um professionelle Projektarbeit und keine Liebesheirat. Der fachliche Fit ist wichtiger als die Chemie. Ist es für einen Manager auf Zeit überhaupt möglich, sich die Unternehmenswerte, also die DNA, zu eigen zu machen, um im Sinne des Unternehmens zu handeln? Dr. Görres: Viel schneller als viele denken, die vielleicht selbst nie Dienstleister waren. Ich werde nie vergessen, wie wenige Wochen es dauerte, als ich selbst noch Berater bei McKinsey war, bis ich mich zu 100% mit dem jeweiligen Kunden identifizierte. Ich habe damals für fast 20 Firmen gearbeitet – allen fühle ich mich heute noch verbunden und freue mich, wenn deren Aktien steigen. Auch gute Interim Manager sprechen vom ersten Tag an von ihrem neuen Klienten in der Wir-Form und werden loyaler Teil des Teams. Der Mensch ist eben auch ein Herdentier und rennt den Rudelwerten nach. Wo liegen Ihrer Erfahrung nach die Risiken für das Unternehmen, wenn es einen Interim Manager beschäftigt? Dr. Görres: Wie im wirklichen Leben kann es auch bei uns zu \’Mismatches\‘ kommen. Kunde und Kandidat finden einfach nicht zusammen. Aber wenn man das nach einer Woche merkt, dann finden wir eben einen besseren Kandidaten. Das ist viel weniger peinlich, als zum Beispiel eine Kündigung in der Probezeit. Zu denen kommt es in Wahrheit so gut wie nie, und das oft genug gegen besseres Empfinden beider Seiten. Bei uns ist ein Austausch beileibe keine Katastrophe, zum Glück aber dennoch so gut wie nie nötig. Was sind das für Kandidaten, die sich bereit erklären, nur für eine begrenzte Zeit in einem Unternehmen zu arbeiten? Hat man an der Stelle nicht mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass es Menschen sind, die sonst keinen Platz im Management eines Unternehmens finden? Dr. Görres: Das ist wirklich nur ein Vorurteil. Richtig ist, dass viele Interim Manager ihre Unabhängigkeit mit der Zeit immer mehr zu schätzen lernen und sich eine Rückkehr in die Festeinstellung nur schwer vorstellen können. Aber es gibt ebenso viele, die zwischen beiden Welten auch wieder wechseln wollen und dies auch können und wahrmachen. Wir sehen viele solcher Beispiele, die fast immer positiv verlaufen. Auch bei uns gibt es manche Kollegen, die so tun, als ob wir von völlig getrennten Planeten reden. Die Wahrheit ist viel einfacher, es gibt \’sone und solche\‘, und man darf das nicht ideologisch als getrennte Schubladen sehen mit einer riesigen Mauer dazwischen. Auch bei vielen Headhuntern beobachten wir, dass die Trennlinien zwischen \’Perm\‘ und \’Temp\‘, also dauerhafter und temporärer Anstellung, immer durchlässiger werden. Ich sehe das als einen Langfristtrend. Es gibt ja auch Fleischesser, die zu Vegetariern werden, und umgekehrt. Alles Teil unserer Freiheit und Vielseitigkeit! Ist es bei Interim Managern auch so, wie in der Nachbarbranche Zeitarbeit, dass sie nach der zunächst definierten Zeit auf Dauer übernommen werden? Dr. Görres: Ja, das ist sogar die mit Abstand häufigste Form der Rückkehr in die Linie, von der wir eben schon sprachen. Du kommst auf Zeit und bleibst auf Dauer – das soll es ja auch im Liebesleben geben. Für uns übrigens ein Zeichen, dass wir als \’Matchmaker\‘ mit sehr kurzer Suchzeit offenbar keine schlechten Kuppler waren. Spricht ja auch ein bisschen für unsere Menschenkenntnis und Treffsicherheit. Welche wichtigen Tipps geben Sie Unternehmen, die sich auf die Suche nach einem Interim Manager machen? Dr. Görres: Es ist wie beim Kleiderkaufen. Sie können heute jede Klamotte im Internet finden, und das oft billig. Die Qualität stellt sich erst hinterher heraus. Oder Sie gehen in einen Laden, wo Sie ordentlich beraten werden, vielleicht auch schon wissen, dass der Laden in Ihrer Geschmacks- und Größenlage gut sortiert ist, und meist fündig werden. Ich zum Beispiel hasse Einkaufen. Meinen ganzen Kleiderbedarf decke ich durch zwei Besuche bei meinem Münchner Lieblings-Herrenausstatter ab, einmal sommers, einmal winters. Im Internet kaufe ich höchsten Standardartikel wie Socken oder T-Shirts, wo das Design für mich nicht gerade im Vordergrund steht. So in etwa funktioniert es auch bei ZMM. Wir werten das Angebot im Vorfeld aus, kennen dabei oft schon den \’Geschmack\‘ des Kunden – soll heißen, seine Anforderungen und Erwartungen – und stellen ihm eine Auswahl geeigneter Kandidaten zusammen, woraus er seinen Favoriten auswählen kann. Manager auf Zeit zu sein, hat seine Herausforderungen – man sollte als Unternehmen deshalb von Anfang an mit Partnern zusammenarbeiten, die über das entsprechende Fachwissen und die Erfahrung verfügen, damit ein \’Happy End\‘ möglich wird. Um das Bild beizubehalten: Hier geht es ja nicht um Socken oder T-Shirts, sondern um einen gut sitzenden Business-Anzug. Herzlichen Dank für die Einblicke in das Interim Management.
Manager auf Zeit
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