Dynamische Marktveränderungen, steigender Wettbewerbs- und Kostendruck sowie fortschreitende Globalisierung haben dem Produktmanagement seit der Jahrtausendwende einen wahren Aufschwung beschert. Je umfangreicher die Produktvielfalt und komplexer die Lösungen, umso lauter ist der Ruf nach diesen unternehmerisch denkenden Produkt-Markt-Experten. Doch Vorsicht ist geboten. Nicht jeder, der den Titel \’Produktmanager\‘ auf seiner Visitenkarte trägt, ist wirklich Produktmanager! Die Praxis reicht vom \’Produktkümmerer\‘ über den \’technischen Vertriebsunterstützer\‘ bis zum strategisch denkenden \’Unternehmer im Unternehmen\‘ mit Profit-and-Loss-Verantwortung. Oft fehlt es in diesem Bereich an Professionalität, Klarheit über Aufgaben, Prozesse und Schnittstellen und strategischer Orientierung. Einheitliches Selbstverständnis, klare Aufgaben und Ziele Der Produktmanager hat die Verantwortung für den Erfolg seiner Produktgruppe. Er denkt und handelt wie ein Unternehmer im Unternehmen. Er präsentiert Vorschläge für die Produktstrategie und Roadmap und berücksichtigt dabei die Unternehmens-, bzw. Business-Unit-Strategie. Er koordiniert produktbezogene Maßnahmen innerhalb seines Verantwortungsbereichs, initiiert Produktverbesserungen, managt internationale Produktanforderungen, erstellt Anforderungsprofile, unterstützt die Pflichtenhefterstellung und ist Marktexperte im Entwicklungsteam. Der Produktmanager setzt Markteinführungskonzepte um und unterstützt den internationalen Vertrieb mit überzeugenden Argumenten sowie Produkt- und Wettbewerberinformationen. Er trainiert den Vertrieb, sorgt für einen guten Austausch von Anwendungswissen und beantwortet technische Fragen des Vertriebs. Produktmanager folgen dem Leitmotiv: \“Was muss ich tun, damit die vorhandenen und geplanten Produkte meines Verantwortungsbereichs höchsten Umsatz und Deckungsbeitrag bringen?\“ Die Überzeugung über den hohen Nutzen eines professionellen Produktmanagements hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr durchgesetzt. Laut Einschätzung des Autors herrscht aber immer noch bei mehr als 60% aller B-to-B-Unternehmen, die technische Produkte anbieten, ein verschwommenes Bild über Ziele, Aufgaben, Schnittstellen und Prozesse des Produktmanagements. Die Folge: Produktmanager werden von anderen Abteilungen mit Tagesgeschäft zugeschaufelt und fühlen sich zunehmend überlastet (\’Edelmülltonneneffekt\‘). Deutsche Produktmanager erhalten durchschnittlich 47 E-Mails und versenden durchschnittlich 24 E-Mails pro Tag (Quelle: Produktmanagement Report, MSC Management Seminar Center GmbH). Fehlt es zusätzlich an praxisgerechter Ausbildung und Tools sind Frust und Fluktuation vorprogrammiert. Erfolgshemmend wirkt es sich auch aus, wenn betroffene Abteilungen bei der Einführung des Produktmanagements nicht angemessen einbezogen wurden. Wie die Unternehmensleitung den Erfolg des Produktmanagements unterstützen kann Die Erfolgsfähigkeit des Produktmanagements wird gefördert, wenn die organisatorischen Voraussetzungen bereichsübergreifend stimmig sind. – Schaffen Sie ein klares Bild über Selbstverständnis, Aufgaben, Schnittstellen und Prozesse des Produktmanagements. – Beugen Sie dem \’Edelmülltonnen-Effekt\‘ vor, indem die Produktmanagement-Abteilung ggf. in strategische Produktmanager und Nachwuchs-Produktmanager aufgeteilt wird – Machen Sie Ihre Produktmanager fit. Eine qualifizierte Ausbildung in \’Praxis und Ar- beitstechniken des Produktmanagements\‘ kann helfen, operative Hektik zu reduzieren und zielgerichtetes und effizientes Vorgehen zu stärken. – Führen Sie einen übergeordneten Strategieprozess zur Zukunftsgestaltung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios ein. – Beziehen Sie das Produktmanagement in den Strategieprozess ein: Fordern Sie nachvollziehbare Programm- und Produktstrategien, Produkt- und Feature-Roadmaps. Kernkompetenzen und persönliche Eigenschaften des Produktmanagers Produktmanager sollten die besten Kenner ihrer Produkte und Marktsegmente sein: Sicheres Beherrschen des Lieferprogramms, fundiertes Wissen über anwendungsbezogene Anforderungen, Einsatzgrenzen, Normen und Standards, Wettbewerberprodukte, Verkaufsargumente, Marktkennzahlen. Ein guter technischer Produkt- und Marktkenner ist allerdings nicht automatisch ein guter Produktmanager. Produktmanager sind üblicherweise nicht weisungsbefugt, daher ist überzeugendes Auftreten Voraussetzung für Akzeptanz bei Entscheidern und Vertrieb: Business Cases nachvollziehbar präsentieren, Ideen und Produkte verkaufen können, den Vertrieb mit Fachkompetenz und nutzenorientierten Argumenten begeistern. Neben fachlichen Voraussetzungen haben Einstellung und Persönlichkeit einen wesentlichen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg der ihm anvertrauten Produkte. – Denken: analytisch, systematisch, logisch \’Businesstreiber sein\‘ – Handeln: ziel- und lösungsorientiert, \’konkret und praktisch orientiert\‘ – Orientierung: stark kundenorientiert, \’wie ein Kunde denken und fühlen\‘ – Motivierend und überzeugend argumentieren: \’kann andere begeistern\‘ – Teamorientiert: \’bin bestrebt, ein Spezialisten-Netzwerk aufzubauen und zu pflegen\‘ – Flexibel: \’freue mich über Veränderungen und Neues\‘ – Manager sein: \’ich packe es an und setze es um\‘ Was Sie als Produktmanager tun können – Akzeptanz kommt von Substanz. Nutzen Sie aktiv Gelegenheiten Markt- und Anwendungswissen zu gewinnen. Vertiefen Sie kontinuierlich Ihre Produkt-Markt-Kernkompetenz. – Kompetenz wächst nicht am Schreibtisch: Stimmen Sie sich mit dem internationalen Vertrieb ab. Seien Sie 10-20% Ihrer Zeit im Kundenkontakt, auf Messen und im Feld. – Betreiben Sie aktiv Marketing in eigener Sache: Für Ihre Produkte und für sich selbst. – Wirken Sie nach oben und gewinnen Sie Freunde bei Entscheidern und im Vertrieb. – Nutzen Sie professionelle Arbeitstechniken und Tools. – Betreiben Sie Networking. Sie benötigen ein Spezialistennetzwerk. – Vergessen Sie Ihren persönlichen Spaß an ihren Produkten nicht! Fun und Erfolgserlebnisse motivieren. Kasten 1: Vorschau Teil 2 in SPS-Magazin 06/2012: Von der Idee zum Anforderungsprofil Wer am Markt wettbewerbsfähig bleiben will, braucht innovative und vor allem erfolgreiche Produkte. Ein gut funktionierendes Produktmanagement ist die treibende Kraft, um aus Markt- und Kundenanforderungen ertragsstarke Produkte zu generieren. Erfolgreiche Unternehmen benötigen ein professionelles Produktmanagement, das weiß, was der Markt heute und morgen verlangt, welche Leistungsdaten gefordert sind, wie viel welche Features kosten dürfen und womit man sich vom Wettbewerb abhebt. – Typische Fallen in der Definitionsphase – Potenziale und Trends stärker berücksichtigen – Den internationalen Vertrieb einbeziehen, aber sinnvoll – Kein neues Produkt ohne Kundenfeedback – Anforderungsprofile: Gute Vorgaben – bessere Produkte – Tools und Tipps für Ihre Praxis Teil 3 in SPS-Magazin 07/2012: Erfolgreicher Produktlaunch – mehr Begeisterung im Vertrieb schaffen. Unternehmen mit einem professionellen Produktmanagement sind innovativer als ihre Wettbewerber: Bei technischen Lösungen, Dienstleistungen und im Marktauftritt. Sie bringen in kürzerer Zeit mehr erfolgreiche Produkte bzw. Verbesserungen auf den Markt als ihre Konkurrenten. Wenn allerdings der internationale Vertrieb nicht mitzieht, geht kostbare Zeit verloren und Umsatzpotenziale bleiben ungenutzt. – Beim Produktlaunch Blockaden im Vertrieb vermeiden – Lösungen statt Produkte: Den Nutzen auf den Punkt bringen – Stärken und Schwächen von Wettbewerbsprodukten berücksichtigen – USPs erst visualisieren dann kommunizieren – Internationale Verkaufs- und Marketingunterlagen: Das Launch Package – Tools und Tipps für Ihre Praxis Kasten 2:
Produktmanager als Unternehmer im Unternehmen Serie Produktmanagement Teil 1: Strategischer Denken und professionelle Arbeitsweisen sind gefragt
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter UWB-Infrastruktur, Ortungstags, ergänzende Positionierungstechnologien, Omlox-Hubs und industrielle Softwareanwendungen.
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte Diagnosen und ermöglichen schnelle Reaktionen auf Änderungen und betriebliche Anforderungen. Aber: Bestehende FMS-Lösungen sind nicht…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag können Steckverbinder bei der Lösung leisten? Einfache, standardisierte und möglichst automatisierbare Verbindungsprozesse werden zum entscheidenden…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verkabelung, Montage und Betriebssicherheit. Hybridleitungen bündeln Energie- und Datenübertragung in einem Kabel, reduzieren den Aufwand…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
Virtuelle SPS: Reif für die Praxis?
Lange galt die virtuelle SPS als Zukunftsvision. Inzwischen sehen viele Hersteller sie als…
-
IIoT und Cloud-Visualisierung
Sensordaten sicher erfassen und weltweit visualisieren
Edge Computing und Cloud-Technologien verändern den Umgang mit Produktionsdaten. Maschinen- und Sensordaten lassen…
-
Interview auf dem Eplan Next26
Wie KI, Daten und Plattformen die Elektrokonstruktion verändern
Auf dem Event Eplan Next26 in München standen die Zukunft des Engineerings, künstliche…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
-
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich ins VDI-Präsidium gewählt
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich wurde mit Wirkung zum 1. Juli in das Präsidium…
-
Intelligentes Transportsystem sorgt für mehr Flexibilität beim Labeling
Digitaldruck in sechs Freiheitsgraden
Herkömmliche Druckverfahren mit Kunststoff- und Papieretiketten sind mit langen Rüstzeiten, häufigen manuellen Eingriffen…
-
Ansatz für nachhaltige Produktentwicklung
Neue Kategorie der Weltdarstellung
Die 3D Univ+rses sind eine neue Kategorie der Weltdarstellung, entwickelt von Dassault Systèmes.…
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
Weiterentwicklungen in der Handhabungs- und Montagetechnik steigern den Grad der automatisierten Produktion. Effiziente…
-
Schwarz Digits eröffnet neuen Campus
Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, hat ihren neuen Campus…
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
Vernetzte Maschinen müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden und Hersteller müssen…
-
Geräteschutz und digitale Transparenz verbinden
IIoT-Framework
Mit dem IIoT-Framework Caparoc erweitert Phoenix Contact die Kommunikationsmöglichkeiten des gleichnamigen Geräteschutzschalter-Systems um…
-
Für den Maschinen- und Anlagenbau
Robuste Wellschläuche
In der automatisierten Fertigung müssen Kabelschutzschläuche von Maschinen, Bearbeitungszentren und CNC-Anlagen vielfach hohe…
-
Für effizienteres Kabelmanagement Mehrfachdurchführungen
Mit den robusten Kabeldurchführungen der Serie MCE Pro und dem modularen System MCE…
-
Cybus beruft Stefan Schwab zum Co-CEO
Cybus hat Stefan Schwab mit Wirkung zum 1. Juli zum Co-CEO berufen.
-
Spatenstich für Hummel-Werkserweiterung
Mit einem symbolischen Spatenstich hat Hummel das offizielle Startsignal für die geplante Werkserweiterung…
-
Mit 3 Metern Reichweite
Kompakte Ultraschallsensoren
Mit den Ultraschallsensoren U1KM in Miniaturbauform erweitert Wenglor sein Portfolio um eine Lösung…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Edge, Cloud und Cybersecurity in der Praxis
IIoT im Realitätscheck: Warum Vernetzung heute anders gedacht wird als 2020
-
Funktionale Sicherheit
SIL3 auf dem Touchscreen: Wie sichere HMIs die Bedienung neu denken
















