In vielen Anwendungen der industriellen Bildverarbeitung spielt Zeit eine wichtige Rolle: Wie präzise eine Kamera ausgelöst wird, entscheidet oft über die Leistung eines Systems. Nicht selten erfassen mehrere Kameras dasselbe Objekt zur selben Zeit, etwa um ein 3D-Modell zu errechnen. Oder die Kameras müssen mit anderen Netzwerkkomponenten synchronisiert werden, z.B. mit einem GPS-Empfänger, wenn die erfassten Bilder genau datiert und lokalisiert werden müssen. Taktsynchronisation im Mikrosekundenbereich Das Precision Time Protocol (PTP) – auch als IEEE-1588-Standard bekannt – synchronisiert den Takt verschiedener Geräte an einem Ethernet-Netzwerk – etwa Kameras, PCs oder Sensoren. Sind die Geräte aufeinander abgestimmt, lassen sie sich per Software-Trigger innerhalb von 2µs synchron auslösen. Der Standard entstand als eine Zwischenlösung zwischen zwei weiteren Synchronisationstechniken: dem NTP (Network Time Protocol) und GPS (Global Positioning System). NTP hatte sich vielfach als zu ungenau erwiesen, mit Latenzzeiten bis zu mehreren Millisekunden auf einem Fast-Ethernet Netzwerk. GPS hingegen bietet dank Atomuhr und Satellitentriangulation eine Präzision im Nanosekundenbereich. Nachteilig sind aber die zu hohen Kosten für industrielle Bildverarbeitungssysteme. PTP stellt einen Kompromiss zwischen diesen beiden Extremen dar: Der Standard erreicht Mikrosekundenpräzision und somit eine erheblich bessere Leistung als NTP, und zwar zu deutlich geringeren Kosten als GPS. Wie funktioniert die PTP-Synchronisation? PTP stellt eine relative Synchronisation her: Die Takte der Geräte am Netzwerk sind aufeinander abgestimmt, dies an sich gibt jedoch keine Auskunft über den genauen Zeitpunkt eines Ereignisses (z.B. einer Bildaufnahme) in der absoluten Zeitmessung. Das Prinzip von PTP ist, dass ein Gerät als Master ausgewählt wird, das für das ganze Netzwerk bzw. zumindest für alle als Slave gekennzeichneten Geräte den Takt gibt. Der Synchronisationsprozess beginnt mit einem Sync-Telegramm, das vom Master-Gerät per Multicast-Messaging in das Netzwerk gesendet wird. Alle als Slave konfigurierten Geräte kalkulieren daraufhin den Zeitunterschied zwischen ihrem Takt und dem des Masters und passen den eigenen Takt entsprechend an. Mit Hilfe von Follow-up und Delay-Nachrichten werden die Taktfrequenzen der Slave-Geräte nach und nach angepasst, um sich so weit wie möglich dem Master anzugleichen. Sobald alle Slave-Takte sich weniger als 2µs vom Master unterscheiden, ist die PTP Synchronisation erfolgreich abgeschlossen. Erforderliche Netzwerkbedingungen PTP-Synchronisation ist momentan nur für Geräte möglich, die sich alle auf demselben Netzwerk bzw. Netzwerkzweig befinden. Grund dafür ist, dass Netzwerkkarten nach dem heutigen Stand der Technik nicht in der Lage sind, die PTP-Sync Multicast-Nachrichten innerhalb der 2µs-Grenze von einem Ethernet-Port zum anderen weiterzuleiten. Dementsprechend müssen alle zu synchronisierenden Geräte über einen Switch an einem einzigen Port mit dem Host verbunden werden. Bei Multikamerasystemen darf die Gesamtbandbreite für alle Kameras an einem einzelnen GigE-Anschluss 125MB nicht überschreiten, sonst können Datenpakete verloren gehen. Ist für jede Kamera die volle Bandbreite notwendig, empfiehlt es sich, die Kameras über ein 10GigE-Switch und eine 10GigE-Verbindung an den Host-PC anzuschließen. Anwendungsbeispiele Sind mehrere Kameras per PTP miteinander synchronisiert, so kann z.B. ein Software-Trigger mit einer Genauigkeit <4µs an alle Kameras gesendet werden. Dies bedeutet nicht, dass das tatsächliche Auslösen innerhalb von 4µs nach dem Befehl stattfinden wird, sondern dass alle Slave-Kameras innerhalb dieser Toleranzgrenze zeitgleich auslösen. Die Übertragung des Befehls vom Master an alle Slave-Geräte benötigt eine bestimmte Zeit, die stark von der Systemkonfiguration abhängt. Mit einem Intel QuadCore 2 Prozessor, 2GB RAM, Windows XP 32Bit und einer Intel Pro 1000 PT Dual Netzwerkkarte haben wir z.B. 7ms pro Kamera gemessen. Der gewünschte Trigger-Zeitpunkt darf deshalb nicht zu früh gesetzt werden, sondern muss diese am besten großzügig geschätzte Zeit berücksichtigen. Alle Kameras können zudem auf der gleichen, konstanten Framerate eingestellt werden. Dann erfolgt nicht nur der Start der Bildaufnahme synchron, sondern jedes einzelne darauffolgende Bild wird von allen Kameras zeitgleich erfasst. Eine übliche Anwendung für PTP ist die Synchronisation der Kameras mit einem GPS-Zeitmesser. So lassen sich die Kameras bei einer genauen Uhrzeit auslösen bzw. Datum und Uhrzeit jeder Aufnahme lassen sich nachträglich genau nachvollziehen. Bei der Einstellung ist es am einfachsten, alle Kameras auf den PTP-Modus ´Auto´ zu setzen, denn IEEE1588 wird automatisch das GPS-Gerät als bestgeeigneten Master auswählen. Alle Kameras erhalten automatisch den Slave-Status und synchronisieren mit dem GPS-Takt. Fazit Precision Time Protocol ist eine sehr wertvolle Funktion für alle Applikationen, die eine sehr genaue Synchronisation mehrerer Kameras bzw. einer oder mehrerer Kameras mit einem anderen Netzwerkgerät erfordern. Von der industriellen Inspektion bis hin zur Wissenschaft oder Verkehrsüberwachung - es sind viele Anwendungsgebiete, für die genau diese Mikrosekundenpräzision entscheidend ist.
Synchronisation von GigE-Kameras mit dem Precision Time Protokoll
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
Zukunftssichere Maschinenvisualisierung
Webbasiertes HMI
Weidmüller kombiniert die Touchpanelserie U-View Advanced V2 sowie das Web-HMI Procon-Web ES zu einer Bedienlösung.
-
75-jähriges Jubiläum 2026
Wago startet mit Plus und Investitionen ins Jubiläumsjahr
Wago feiert im Jahr 2026 sein 75-jähriges Jubiläum. Auch der Blick auf die aktuelle Bilanz des Unternehmens bietet den Verantwortlichen Anlass zur Freude.
-
Sick steigert Umsatz um 6,5%
Der Umsatz von Sick im Geschäftsjahr 2025 stieg trotz des herausforderndem Marktumfelds an und betrug 1.850Mio.€.
-
Neuwahlen der PNO
Am ersten Tag der Hannovermesse fand die jährliche Mitgliederversammlung der Profibus Nutzerorganisation statt. Neben dem Bericht des Vorstands standen turnusgemäß die alle drei Jahre stattfindenden Wahlen von Vorstand…
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Ermöglicht zwei Synchronbewegungen
Antriebssystem für Logistik
Das Antriebssystem DualGear von Faulhaber wurde gezielt für Anwendungen in Förderbändern sowie in…
-
Akustische Bildgebungskamera Flir Si2-Pro
Akustische Bildgebung zur Leck- und Fehlererkennung
Mit der Si2-Pro erweitert Flir sein Portfolio akustischer Bildgebungskameras für industrielle Diagnoseaufgaben.
-
Physical AI live erleben: Beckhoff auf der HMI 2026
Die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI…
-
Color Camera für hochpräzise RGB-Druckmarkenerkennung
Closed-Loop-Vision für ausschussfreie Druckproduktion
B&R erweitert sein Vision-Portfolio um eine neue Color Camera zur hochpräzisen RGB-Druckmarkenerkennung.
-
Neues Modell von Voltcraft jetzt auf der Conrad Sourcing Platform erhältlich
Wärmebildkamera für präzise Thermografie
Mit der WB-430 erweitert Voltcraft sein Messtechnik-Portfolio um eine Wärmebildkamera für professionelle Prüf-…
-
Middleware zur Anbindung von Maschinen, Anlagen und IT-Systemen
Audit-Trail für regulierte Produktionsumgebungen
Mit Release 4.3 erweitert Kontron AIS seine Middleware FabEagle Connect um neue Funktionen…
-
Neue Steckverbindergröße
Spart bis zu 40% Bauraum
Mit der neuen Baugröße 4 erweitert Harting seine Steckverbinder-Baureihen Han-Eco, Han B und…
-
Hannover Messe mit Besucherrückgang zu 2025
110.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nahmen an der weltweit führenden Messe…
-
NewGen Multitouch-HMIs
Volle Visualisierungspower
Mit der NewGen-Serie bietet Sigmatek leistungsfähige Web-Panels für anspruchsvolle Visualisierungsaufgaben.
-
Embedded-Modul
Multiprotokoll-Modul für cybersichere industrielle Kommunikation
Hilscher stellt mit dem comX 90 ein neues Embedded-Modul für industrielle Kommunikationsschnittstellen vor.
-
CleverReader
Kompakter Codeleser für schnelle Anwendungen
Mit dem CleverReader von Pepperl+Fuchs steht ein stationärer 1D-/2D-Codeleser für zuverlässige Identifikationsaufgaben in…
-
TÜV Nord: Zertifizierung für sichere Entwicklungsprozesse
Bachmann Electronic erlangt IEC62443-4-1 – ML 3
Bachmann Electronic hat die Zertifizierung nach IEC62443-4-1 auf Maturity Level 3 erreicht.
-
Hochsicherer Entwicklungsprozess für Industrieprodukte:
Genua erhält IEC-62443-4-1-Zertifikat
IT-Sicherheitshersteller Genua wurde nach IEC62443-4-1 zertifiziert.
-
Lapp: zwischen globalen Kundenerwartungen und lokaler Flexibilität
Lapp positioniert sich zwischen zwei Logiken: international einheitliche Standards auf der einen und…
-
Eigene Sensortechnik schützt die Produktion vor ungeplanten Stillständen
Moneo macht Maintenance smart
Wer Sensoren und Automatisierungskomponenten für die Industrie fertigt, muss in der eigenen Produktion…
-
FMEA trifft künstliche Intelligenz
Für präzise, konsistente und nachhaltige Analysen
Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) gehört seit Jahrzehnten zum Kern des präventiven Qualitätsmanagements.…
-
Nur ein Drittel fühlt sich gut auf den CRA vorbereitet
Laut aktueller Umfrage des AMA Verbands ist die Vorbereitung der Unternehmen auf den…
-
78,6% durch Iran-Krieg verunsichert
Die Unsicherheit unter den Unternehmen in Deutschland hat in den vergangenen Wochen deutlich…
-
Robuste Connectivity als Rückgrat der hypervernetzten Produktion
Netzwerke für Digitalisierung in rauer Umgebung
R&M entwickelt durchgängige Infrastrukturlösungen für industrielle Datennetze – von der Feldebene bis zur…
das könnte sie auch interessieren
-
Für den Schaltschrankbau
Robuste Schaltnetzteile
-
All-in-Pakete ohne Zusatzkosten
Integrierte Engineering-Lösungen
-
Für flexible Automatisierungsanwendungen
Robuste Leitungen
-
Hohe Reinheit auf langen Wegen
Reinraum-Energieführung
















