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Das neue I/O-System Field von Wago
Brücke von der Steuerungsebene ins Feld
Wago ist in der Automatisierungstechnik vor allem für sein umfangreiches IP20-Angebot bekannt. Jetzt richtet sich das Unternehmen aber parallel auch mit einem dezentralen I/O-System in IP67 an den Markt. Im SPS-MAGAZIN erklären die Produktmanager Ludwig Adelmann und Helmut Börjes, welcher strategischer Ansatz dahinter steht und welche Eigenschaften und Vorteile das neue System bietet.
Bild: WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG

Einer der großen Trends im Maschinenbau ist die Modularisierung. Damit reagieren die Hersteller auf schnellere Innovationszyklen und spezifischere Ansprüche der produzierenden Unternehmen. „Immer mehr Kunden aus dem Maschinenbau betreiben diese Modularisierung sehr konsequent“, sagt Ludwig Adelmann. „Deswegen positionieren wir das neue dezentrale System Field nicht als einfachen I/O-Sammler, sondern vielmehr als Brücke für die flexible Kommunikation von der Steuerungsebene ins Feld.“ Der Maschinenbauer soll sich gar nicht von Anfang an exakt festlegen müssen. Mit dem Konzept hinter Field kann er auch noch in der fortgeschrittenen Entwicklung bzw. je nach Anforderung des Kunden die passende I/O-Strukturen in das Maschinengesamtkonzept integrieren.

Bild: WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG

Wie dezentral wird die Automatisierung?

Einige Stimmen in der Branche gehen davon aus, dass sich die Intelligenz durch die zunehmende Digitalisierung in der Steuerungshierarchie immer weiter nach unten verschiebt. „Zentral oder dezentral – diese Diskussion gibt es seit 30 Jahren in der Branche. Aber dass es heute zwingend in eine Richtung geht, das sehe ich nicht“, kommentiert Helmut Börjes den vermeintlichen Trend. „Ob es wirklich nachhaltig ist, die SPS-Logik ins Feld auszulagern, halte ich für fraglich.“ „Vor 15 Jahren ging manch einer davon aus, dass die schaltschranklose Automation bald ein Viertel des Marktes ausmache“, ergänzt sein Kollege Adelmann. „Obwohl heute in der Industrie viel mehr automatisiert wird als damals, werden vielleicht 10 bis 12 Prozent der Applikationen dezentral gelöst.“ Dennoch wächst der Bedarf für IP67-fähige I/O-Strukturen laut Wago – allein durch den zunehmenden Einsatz von IO-Link. „Natürlich haben wir uns bei der Entwicklung von Field der Frage gestellt, in wie weit wir mit unserem neuen IP67-Angebot die Wago-IP20-Lösungen kannibalisieren,“ erzählt Adelmann. Dort wo es Sinn mache, wechsle der Anwender sowieso auf dezentrale I/O-Module. „Man muss meist eh nicht nur das eine oder das andere, sondern IP20 und IP67 ganzheitlich betrachten. Dabei ist es für den Kunden sehr attraktiv, dass er bei uns beide Welten aus einer Hand bekommt.“ Die Wago-Produkfamilien Advanced und Field sollen ihm einen flexiblen und zukunftsfähigen I/O-Werkzeugkasten an die Hand geben, aus dem er sich die für seine Bedürfnisse passende Lösung zusammenstellen kann.

Bild: WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG

Strategische Motivation

„Für uns ist das neue Field-System also ein wichtiger Puzzlestein im Gesamtbild der Automation“, fährt Adelmann fort. Gerade auch aus Sicht von feldorientierter Technologien wie IO-Link. Neu ist das Thema bei Wago sowieso nicht: „IP67-I/Os sind schon seit dem Jahr 2000 Teil des Wago-Portfolios, so gab es z.B. in der Speedway-Familie auch schon dezentrale, blockmodulare Lösungen“, betont Börjes. Durch diese Erfahrung konnte Wago das neue IP67-System auch komplett in Eigenentwicklung realisieren – von Konzipierung der Funktionalität bis zum endgültigen Design. Entsprechend wurden einige Features integriert, die bisher auf dem Markt selten oder überhaupt nicht zu finden waren.

Bild: WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG

Fokus auf Konnektivität

Die zunehmende Vernetzung ist eines der Top-Themen in der Automatisierung. Alle Anlagen und Maschinenteile sollen sich untereinander austauschen können. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, setzt Wago auf ein breites Connectivity-Spektrum innerhalb der Field-Familie. Basis für die Kommunikation bietet ein leistungsfähiger Prozessor, der Feld- und IoT-Konnektivität mit integrierten Security-Funktionen verbindet. Neben den typischen Feldbussen bieten die I/O-Module einen Web- und OPC-UA-Server. Auch MQTT wird im Rahmen von Field unterstützt. „Das System kommt also nicht nur an klassischen Steuerungen zum Einsatz, sondern bildet auch eine moderne Weiche in die MES- und IT-Welt“, unterstreicht Börjes. Zudem lasse sich Field auch komplett ohne klassische SPS einsetzen oder nachrüsten, ohne in die vorhandene Automatisierungsstruktur einer Maschine einzugreifen. „Ein stark nachgefragter Einsatzfall ist es, bestehende Anlagen um zusätzliche Datenpunkte zu erweitern, um diese dann auf übergeordneten Ebenen auszuwerten.“

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