In der industriellen Bildverarbeitung hat man es praktisch immer mit bewegten Objekten zu tun: Teile sollen auf einem Fließband erkannt werden, direkt in der Maschine soll eine Prüfung vorgenommen werden, die Kamera befindet sich am Greifer eines Roboters, usw. Auch wenn das entsprechende Teil in Ruhe ist, wie z.B. in einem Rundtakttisch nach jedem Takt, können Schwingungen und Vibrationen der Maschine das Leben erschweren. Aufgrund der Bewegung muss das Bild eingefroren werden, d.h. mit einem elektronischen Kurzzeitverschluss wird das Bild für Bruchteile einer Sekunde belichtet und somit die Bewegungsunschärfe minimiert. Die Auflösungsanforderungen sind eher gering, oft würden 256×256 Pixel genügen. Das ist technologisch längst überholt: Standard ist die VGA-Auflösung mit 640×480 Pixeln. In einigen Fällen, wenn es z.B. um präzise Messungen geht, werden Megapixelauflösungen bis 1.600x 1.200 eingesetzt. Die Anforderungen an die Bildwiederholrate reichen von 1 frame per second (fps) bis zu einigen 100fps. Die Belichtungszeit für ein Vollbild ist typisch 1 bis 10ms, kann aber auch durchaus Werte von 5µs erreichen, wie z.B. in der Druckindustrie. Ausgereifte CCD-Sensoren In der industriellen Bildverarbeitung werden bereits seit etwa zwanzig Jahren erfolgreich CCD-Sensoren eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine ausgereifte Technologie, mit der alle oben genannten Forderungen erfüllt werden können. Ursprünglich für die Videotechnik entwickelt, hatten die früheren Sensoren eine Halbbildarchitektur. Seit einigen Jahren sind jedoch progressive Scan CCDs verfügbar (Interline Transfer), die alle Forderungen erfüllen. Nachteile der CCDs CCDs haben eine Reihe von Nachteilen, die weniger die Kunden, als vielmehr die Hersteller der Bauteile und Kameras stören. CCDs werden anders als die übrigen Elektronikbauteile gefertigt. Es gibt nur wenige Hersteller, die die Fertigung beherrschen. Daher kann es zu Bauteilknappheit kommen. Kameras mit CCDs haben immer mehrere Spannungen und Spezialtreiberchips für die Ansteuerung der CCDs, sowie spezielle Analog/Digitalwandler. Das erhöht die Systemkosten und beansprucht Platinenplatz. Außerdem verlangt die CCD-Technik dem Entwickler fundierte Kenntnisse in HF-Analogtechnik ab. CMOS-Sensoren: Vorteile Die oben genannten Nachteile haben CMOS-Sensoren nicht, denn sie werden auf Standard-Fertigungslinien produziert und können die gesamte Treiberelektronik und den Analog/Digital-Wandler beinhalten. Außerdem kann die Fertigung auf alten, ausgedienten Speicherfertigungslinien erfolgen, was einige Hersteller praktizieren. Allerdings hat man den Eindruck, dass in der CMOS-Technologie erst langsam die Erfahrung gesammelt wird, die nach 20 Jahren ständiger Verbesserung aus den CCD-Sensoren mittlererweile geiegneteProdukte gemacht hat. Probleme der CMOS-Sensoren CMOS-Bausteine der ersten Generation hatten teilweise eine miserable Bildqualität und waren allenfalls für Spielzeuge zu gebrauchen. Die Bildqualität aktueller Bausteine ist zum Teil hervorragend. Allerdings haben die meisten neuen Bausteine anstelle des elektronischen Zentralverschlusses wie beim CCD (das ganze Bild wird komplett eingefroren) einen elektronischen Schlitzverschluss wie bei einer Spiegelreflexkamera. Das führt zu geometrischen Verzerrungen bei bewegten Objekten. Um mit dem Sensor Schnappschüsse für eine Webseite zu machen, dürfte dies wohl kaum stören. Für eine präzise Messung oder einen Mustervergleich eines industriellen Bildverarbeitungssystems ist die Tauglichkeit gering. Für ganz schnelle Vorgänge, die mit sehr kurzen Belichtungszeiten (<20µs) abgebildet werden müssen, kommt ein weiterer Nachteil der CMOS-Technik zum Tragen: Nicht nur die aktiven Pixel, sondern auch die Ausleseelektronik ist lichtempfindlich. Diese ist zwar durch einen Lack abgedeckt, empfängt aber während der gesamten Auslesung des Sensors Licht, welches sich als Störsignal bemerkbar macht. Da man bei kurzen Belichtungszeiten mit viel Licht arbeiten muss, kann das Störsignal das Nutzsignal (das Bild) überdecken und somit die Lösbarkeit der Automatisierungsaufgabe vereiteln. Einsatzgrenzen von CMOS Aufgrund der ständigen Kundennachfragen hat sich Vision Components im Jahr 2001 entschlossen, eine intelligente Low-Cost Kamera mit dem CMOS-Sensor eines namhaften Halbleiterherstellers auszustatten. Der Sensor hatte einen elektronischen Schlitzverschluss. Wegen der oben geschilderten Bildverzerrungen hätte man fast ein lukratives Geschäft verloren, was sich aber durch Einsatz eines CCDs noch in letzter Minute retten ließ. Kurz nachdem die Entwicklung abgeschlossen war, änderte der Hersteller das Gehäuse des Sensors. Bei Vision Components hatte man allerdings Glück im Unglück und konnte durch ein geändertes Layout und eine dickere Leiterplatte das Produkt retten. Ein gutes Jahr später, nach kaum zwei Jahren Produktlaufzeit, wurde der Sensor abgekündigt. Es gibt einen Nachfolgetyp, der allerdings bereits eine komplette MPEG-Codierung auf dem Chip durchführt. Das Produkt ist sicherlich für den Massenmarkt interessant, für die industrielle Bildverarbeitung aber völlig unbrauchbar. Den nächsten Versuch startete man bei Vision Components im Jahre 2003 mit dem CMOS Sensor eines belgischen Herstellers. Die technischen Leistungsdaten des Produkts schienen zu überzeugen, der Preis des Sensors war gerechtfertigt; alles schien ideal, sodass man mit der Entwicklung eines Sensorboards begann. Nachdem Schaltpläne und Layout vorlagen, entdeckten die Ingenieure von Vision Components im Kleingedruckten des Datenblatts eine Kenngröße, die man nicht verstand: Um dem Rätseln ein Ende zu machen, fragten sie beim Hersteller nach und fanden heraus, dass dieser Sensor für die geplante Hochgeschwindigkeitsapplikation völlig unbrauchbar war. Die Kenngröße beschrieb nämlich den Anteil des Lichts, der unbeabsichtigt in die Ausleseelektronik des Chips gelangt und dort Störungen verursacht. Dieser Wert war etwa zehntausendfach höher als für die Anwendung nötig. Fazit
Die Wahrheit über CMOS-Sensoren
-
Bereitstellung der Ethercat-Funktionalität über den PLCnext Store
Ethercat in PLCnext
Mehr Performance, mehr Offenheit, weniger Integrationsaufwand: Moderne Automatisierung verlangt nach durchgängigen, flexibel erweiterbaren Systemen. Mit der Kombination aus Ethercat, der offenen Steuerungsplattform PLCnext Control und passenden Remote-I/O-Lösungen adressiert…
-
Middleware-Plattform für die industrielle Datenintegration
IT/OT-Datenintegration in der Praxis: Deployment zwischen Windows, Containern und Edge
Heterogene IT/OT-Landschaften sind in der Industrie die Regel – und mit ihnen unterschiedliche Anforderungen an den Betrieb von Integrationslösungen. Statt diese Vielfalt zu vereinheitlichen, rückt eine andere Frage…
-
Prozessüberwachung im Food-Bereich
Kreislaufwirtschaft statt Einwegverpackungen
Das von CM-Automation und Ifco Systems gemeinsam entwickelte SmartGuardian-System standardisiert und überwacht weltweit Reinigungs- und Desinfektionsprozesse in Waschanlagen und gewährleistet so die Einhaltung internationaler Hygienestandards. Durch die zentrale…
-
Induktiver Präzisionswegsensor
Der mechanisch induktive Präzisionswegsensor Typ 8742 von Burster ist in Messbereichen von 0-2 bis 0-50mm erhältlich und liefert mit einer Linearitätsabweichung von 0,1% v.E.
-
Lagerlose Safety Kit Encoder
TWK ergänzt seine Reihe der lagerlosen Drehgeber um die nach Herstellerangaben weltweit ersten Safety Kit Encoder mit den Ethernet-Schnittstellen Safety over Ethercat (FSoE) und Profisafe over Profinet.
-
Fraport modernisiert die Visualisierung seiner Gepäckförderanlage
Leitstand für 100 Kilometer Logistik
Fraport betreibt am Flughafen Frankfurt eine der komplexesten Gepäckförderanlagen weltweit. Jährlich werden hier…
-
Programmierbare Relais schließen die Lücke zwischen SPS und Steuergerät
Das richtige Maß für moderne Automation
Mit einer Serie einfach programmierbarer Relais schließt Akytec die Lücke zwischen komplexen SPSen…
-
Profinet Plugfest 2026: Starkes Momentum für sichere industrieller Kommunikation
Beim dritten Profinet Security Plugfest vom 24. bis 25. März an der OTH…
-
Protolabs-Report identifiziert KI als Wegbereiter für Industrie 5.0
Protolabs, ein Anbieter von digitalen Fertigungsdienstleistungen, analysiert in einem aktuellen Bericht Faktoren, die…
-
Beckhoff Automation steigert weltweiten Umsatz auf 1,24Mrd.€
Beckhoff Automation schließt das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich ab und steigert seinen weltweiten Umsatz…
-
Sensor- und Messtechnikbranche: Umsatz stabilisiert sich
Die Sensor- und Messtechnikbranche hat sich im Jahr 2025 leicht stabilisiert und zeigt…
-
Neues Vorstandsmitglied für Rockwell Automation
Rockwell Automation hat David A. Zapico mit Wirkung zum 16. April in den…
-
ZVEI: Nachwuchsförderung im Projekt Industrie4.0@School
Bundeskanzler Friedrich Merz diskutierte mit Schülerinnen und Schülern der David-Roentgen-Schule.
-
Standardisierung ebnet den Weg zur vernetzten Industrie
Der letzte Meter wird digital
Single Pair Ethernet (SPE) und Ethernet Advanced Physical Layer (Ethernet-APL) bringen Ethernet-Kommunikation bis…
-
Lineares Transportsystem für Batteriezellenmontage
Hohe Produktivität auf kleinem Raum
IMA EV-Tech, ein Geschäftsbereich der IMA Automation, hat eine neue Batteriezellen-Montagelinie entwickelt, die…
-
LED-Signalsäule mit Profinet-Schnittstelle
Werma erweitert ihre LED-Signalsäulen-Serie eSign um eine neue Variante mit Profinet-Schnittstelle.
-
Tastaturen, Monitore und Konsolen mit hohen Schutzarten
Für die Bedienung in rauen Umgebungen
Das erweiterte Angebot von Lm-therm Elektrotechnik unter der Marke Fokus umfasst Interfacelösungen für…
-
Hall-Effekt-Joystick mit geringer Einbauhöhe
Die Fingerjoysticks der Serie 848 von Megatron mit verschleißfreier Hall-Effekt-Technologie zeichnen sich durch…
-
Dreiecksumspritzung bei Kabelsteckverbindern
In industriellen Anwendungen steigen die mechanischen Anforderungen an Steckverbinder kontinuierlich.
-
Was wurde eigentlich aus …
… den kapazitiven Füllstandsensoren von IFM?
‚Ohne Bedienungsanleitung‘ lautete das Versprechen für die kapazitiven Füllstandsensoren von IFM, die den…
-
Bewegungsführung in der Verpackungsindustrie
Hochpräzise gestanzt
Jeder kennt sie, jeder nutzt sie: alltägliche Produkte wie Joghurtbecher, Dosen oder Getränkeflaschen.…
-
Manufacturing-X – ein Datenökosystem für die produzierende Industrie
Kollaboratives Engineering im Datenraum
Mit verschiedenen Teams und Unternehmen gleichzeitig an einem Engineering-Projekt zu arbeiten, verspricht viele…
-
Passgenaue Verbindungslösungen für die Wellpappenanlagen
Auf einer Wellenlänge
Bei der Fertigung komplexer Produktionsanlagen für Wellpappe setzt BHS Corrugated auf ein hohes…
-
Time-to-Market in der Automatisierung
Wie industrielle Kommunikation Entwicklungszeiten und Kosten beeinflusst
Kürzere Innovationszyklen, steigende Komplexität und Fachkräftemangel setzen Automatisierer unter Druck. Wer industrielle Kommunikation…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Intelligentes Monitoring identifiziert Instabilitäten
Qualitätssicherung – im Stromnetz
















