Herr Schott, Sie haben die unzureichende Integration von Software-Werkzeugen und Daten als größte Schwelle für die Überführung der digitalen in die reale Fabrik ausgemacht. Welchen Weg beschreitet Siemens mit dem Automation Designer, um diese Schwelle zu überwinden? Thomas Schott: Eine nahtlose Überführung der digitalen Fabrik zur real produzierenden Anlage ist entscheidend zur Produktivitätssteigerung entlang des gesamten Anlagen-Lebenszyklus. Dabei ist eine ganzheitliche Betrachtung aller Daten und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit über Werkzeuggrenzen hinaus erforderlich. Ziel ist es, dass einmal erfasste Daten nicht noch einmal eingegeben werden müssen. Hierfür bietet der Automation Designer eine offene Integrationsplattform, die es erlaubt, beliebige Software- Werkzeuge und Datenobjekte via XML zu integrieren und somit die Anpassung an jede anwenderspezifische Systemumgebung zu ermöglichen. Konnten Sie den Einsatz des Automation Designers bereits in der Praxis erproben? Welches Feedback haben Sie aus den Unternehmen erhalten, und welche neuen Zielsetzungen haben sich aus diesen Projekten ergeben? Schott: Erste Pilotprojekte haben wir im Anlagenbau für die Automobilindustrie angewandt. Grundsätzlich können die größten Effekte erzielt werden, wenn Anlagen modular und standardisiert aufgebaut werden können, wie dies im Rohbau und bei der Fördertechnik der Fall ist. Aufgrund der positiven Resonanz denken wir intensiv über den Einsatz des Automation Designers in weiteren Anwendungsfeldern nach. Mit dem Automation Designer unterstützen wir den Standardisierungstrend. Dabei bieten wir gerade mittelständischen Unternehmen durch die nahtlose Integration in die Automatisierung eine einfache und wirtschaftliche Lösung für Wiederverwendung und schnelles Design. Bereits in der Planungsphase erhebt der Automation Designer den Anspruch, mithilfe der Datendurchgängigkeit Fehlerquotienten zu reduzieren. Wie wird dies erreicht? Schott: Immer häufiger werden bereits in der Akquisitionsphase methodenunterstützte Werkzeuge eingesetzt, um die anfallenden Daten strukturiert und wiederverwendbar zu erfassen. Als Integrationsplattform nutzt der Automation Designer konsequent diese Eigenschaft und ermöglicht, dass in nachfolgenden Engineering-Schritten auf bereits vorhandene Daten aufgesetzt werden kann. Hierdurch entfällt eine erneute Dateneingabe und deren Fehlermöglichkeiten über den gesamten Engineering-Prozess. In der anschließenden Betriebsphase der Anlage können durch eine permanente Aktualisierung der Daten und Anlagenmodelle weitere Einsparungen bei Dokumentation und Umbauten erzielt werden. Welche Neuerung birgt Ihre Layout-basierte Anlagenplanung für den Anwender? Schott: Das Anlagen-Layout entsteht bereits während der Planungsphase der Anlage und wird als ein zentraler Bestandteil der Bedienoberfläche vom Automation Designer weiterverwendet. Zuerst werden die vorbereiteten, wiederverwendbaren Vorlagen für die Betriebsmittel-Ressourcen den grafischen Repräsentanten im CAD-Layout zugeordnet. Anschließend erfolgt die weitere grafische Spezifikation der Automatisierungstechnik der Anlage, wie z.B. Betriebsartengruppen oder Not-aus-Kreise. Hierdurch steht erstmalig im Engineering der Automatisierungslösung ein grafisches Abbild der realen Anlage über den gesamten Lebenszyklus zur Verfügung. Hierdurch gewinnt der Anwender eine transparente Sicht auf die Anlagenstruktur und erhält eine optimale Bedienungsführung, mit der auch die Navigation in angebundene Software-Werkzeuge möglich sein wird. Der Automation Designer ermöglicht die Simulation der Fabrik und ihrer Anlagenmodelle. Wie hoch schätzen Sie die Qualitätssteigerung im Vorfeld des wichtigsten Schrittes, der tatsächlichen Umsetzung, für den Anwender ein? Schott: In der digitalen Fabrik entsteht ja bereits ein sehr detailliertes digitales Abbild des Produkts, der Betriebsmittel-Ressourcen und des Produktionsprozesses. Auf der Basis dieser Daten lässt sich bereits auch eine Simulation der digitalen Fabrik ausführen. Die Simulation erfolgt auf einem rein virtuellen Anlagenmodell. Weder die SPS noch die Automatisierungssoftware stehen real zur Verfügung. Im nächsten Schritt werden sukzessive die virtuellen Bestandteile durch reale Automatisierungskomponenten ersetzt. Das virtuelle Anlagenmodell wird von der realen Automatisierungstechnik (Soft- und Hardware) gesteuert. Der Anwender kann somit bereits vor der eigentlichen Inbetriebnahme Fehler in der Anlagenkonfiguration in transparenter Form erkennen und beseitigen. Die virtuelle Inbetriebnahme ist ein entscheidender Schritt, um die reale Inbetriebsetzung mit einer wesentlich höheren Qualität vorzubereiten und kostenintensive Änderungen zu vermeiden. Wie weit sind wir von der Realisierung Ihrer Vision der digitalen Fabrik entfernt? Welche Meilensteine würden Sie auf dem Weg zu einer umfassenden und voll funktionsfähigen virtuellen Anlagen-Simulation definieren? Schott: Mit dem Automation Designer gehen wir den ersten Schritt auf dem Weg von der digitalen zu realen Fabrik. Vieles ist noch Vision und bedarf noch intensiver Arbeit – aber die Basis ist gesetzt! Im Endausbau kann der Automation Designer entlang des gesamten Engineering-Prozesses eingesetzt werden: von der Übernahme der Daten aus der Planungswelt über die Projektgenerierung der Automatisierungslösung gemäß Anwenderstandard bis hin zur Nutzung des Automation Designers während der Betriebsphase. Ein wesentlicher Meilenstein ist die vollständige Generierung der benötigten Automatisierungslösung. Hierzu gehören die SPS-Programmierung, die Visualisierung inklusive Diagnoseinformation sowie die Erstellung der Anlagendokumentation. Weitere Schritte sind die Unterstützung einer virtuellen Inbetriebsetzung und die Nutzung an der Anlage vor Ort, als grafische Navigation durch alle Engineering-Werkzeuge.
Interview zum Siemens Automation Designer: Meilensteine zur digitalen Fabrik
-
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse.
-
Jetzt auf der Conrad Sourcing Platform verfügbar:
Stromversorgungen ganz fix verdrahtet
Die neuen Proeco2-Stromversorgungen von Weidmüller sind ab sofort über die Conrad Sourcing Platform erhältlich.
-
Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau: Sondereffekte schönen die Bilanz
Nach zwei schwachen Monaten zu Jahresbeginn ist der Auftragseingang im Maschinenbau in Deutschland im März unerwartet stark angestiegen.
-
Hummel: Neuer Vice President für Global Account & Industry Management
Hummel baut die internationale Ausrichtung durch die strategische Neuaufstellung des Bereichs Global Account & Industry Management aus.
-
Harting rechnet mit Umsatzwachstum von mehr als 10%
Aktuell entwickelt sich das Geschäft der Technologiegruppe Harting positiv, das berichtete das Unternehmen auf der diesjährigen Hannover Messe.
-
Modulare Getriebe
Mit den Produktlinien IMS.Eco, IMS.Pro und IMS.Drive bietet IMS Gear Motorenherstellern Zugriff auf…
-
Anzeige
Vorsprung im Packaging
Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt…
-
Volker Frey neuer CTO bei IFM
Zum 1. Mai gibt es in der Führungsspitze der IFM-Unternehmensgruppe personelle Veränderungen.
-
Platzsparend positionieren
Der nur 35mm breite und kostengünstige SeGMo-Positionierantrieb GEL 6008 von Lenord+Bauer ermöglicht die…
-
B&R und ABB trauern um CEO
B&R und ABB trauern um Florian Schneeberger, Division President von Machine Automation (B&R),…
-
Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Februar: +1,0% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen…
-
Seit 18 Monaten: Stillstand beim Frauenanteil in den Vorständen
Am 1. März waren die Vorstände der 160 deutschen Börsenunternehmen in DAX, MDAX…
-
UL Solutions zertifiziert Cyberresilienz von Ethercat
Das Gutachten und die Zertifikate von UL Solutions bestätigen nach Prüfung gemäß IEC62443…
-
Physical AI live erleben: Beckhoff auf der HMI 2026
Die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI…
-
Ermöglicht zwei Synchronbewegungen
Antriebssystem für Logistik
Das Antriebssystem DualGear von Faulhaber wurde gezielt für Anwendungen in Förderbändern sowie in…
-
Zukunftssichere Maschinenvisualisierung
Webbasiertes HMI
Weidmüller kombiniert die Touchpanelserie U-View Advanced V2 sowie das Web-HMI Procon-Web ES zu…
-
75-jähriges Jubiläum 2026
Wago startet mit Plus und Investitionen ins Jubiläumsjahr
Wago feiert im Jahr 2026 sein 75-jähriges Jubiläum. Auch der Blick auf die…
-
Sick steigert Umsatz um 6,5%
Der Umsatz von Sick im Geschäftsjahr 2025 stieg trotz des herausforderndem Marktumfelds an…
-
Neuwahlen der PNO
Am ersten Tag der Hannovermesse fand die jährliche Mitgliederversammlung der Profibus Nutzerorganisation statt.…
-
Hochsicherer Entwicklungsprozess für Industrieprodukte:
Genua erhält IEC-62443-4-1-Zertifikat
IT-Sicherheitshersteller Genua wurde nach IEC62443-4-1 zertifiziert.
-
Color Camera für hochpräzise RGB-Druckmarkenerkennung
Closed-Loop-Vision für ausschussfreie Druckproduktion
B&R erweitert sein Vision-Portfolio um eine neue Color Camera zur hochpräzisen RGB-Druckmarkenerkennung.
-
Neues Modell von Voltcraft jetzt auf der Conrad Sourcing Platform erhältlich
Wärmebildkamera für präzise Thermografie
Mit der WB-430 erweitert Voltcraft sein Messtechnik-Portfolio um eine Wärmebildkamera für professionelle Prüf-…
-
Middleware zur Anbindung von Maschinen, Anlagen und IT-Systemen
Audit-Trail für regulierte Produktionsumgebungen
Mit Release 4.3 erweitert Kontron AIS seine Middleware FabEagle Connect um neue Funktionen…
-
Neue Steckverbindergröße
Spart bis zu 40% Bauraum
Mit der neuen Baugröße 4 erweitert Harting seine Steckverbinder-Baureihen Han-Eco, Han B und…
-
Akustische Bildgebungskamera Flir Si2-Pro
Akustische Bildgebung zur Leck- und Fehlererkennung
Mit der Si2-Pro erweitert Flir sein Portfolio akustischer Bildgebungskameras für industrielle Diagnoseaufgaben.
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Robuste Connectivity als Rückgrat der hypervernetzten Produktion
Netzwerke für Digitalisierung in rauer Umgebung
-
















