über den Verbrauch von Medien wie Strom, Wasser oder Gas ist in jedem Unternehmen völlige Transparenz gegeben. Hauptzähler in den zentralen Zuführungen oder individuell an Verteilern oder Verbrauchern angebrachte Messeinrichtungen geben Aufschluss über verbrauchte Mengen und deren kalkulatorische Zugehörigkeit. Druckluft hingegen wird in der Regel im eigenen Unternehmen erzeugt und verteilt. In der Praxis lassen sich die dafür erforderlichen Energieaufwendungen lediglich insgesamt erfassen (z.B. über die Anschlussleistung der Kompressoren) oder Anlagenkosten für Anschaffung und Instandhaltung spezifizieren. Eine detaillierte Zuordnung der tatsächlichen Kosten zu bestimmten Produktionsbereichen oder einzelnen Verbrauchern ist nicht realisierbar, solange keine Druckluftzähler im Verteilernetz und an Verbrauchern vorhanden sind. Ebenso ist es nicht möglich zu erfassen, wie viel der teuren Energie etwa über Leckagen verloren geht. Bisher gängige Messverfahren mittels Messblenden oder Staudrucksonde mit Differenzdruck-Messumformer erfordern komplexe und an die spezifischen Gegebenheiten angepasste Aufbauten. Sie sind in der Handhabung anspruchsvoll und eignen sich hauptsächlich für große, dem Kompressor bzw. Trockner direkt nachgelagerte Leitungsdurchmesser. Außerdem verursachen sie einen, wenn auch teilweise geringen, aber bleibenden Druckverlust. Bei thermischen Messprinzipien entstehen dagegen oft ungewollt große Neigung zu Messungleichheiten. Schon bei leichter Verdrehung der Einstechsonden zur Senkrechten oder auf Grund der selbst bei normgerechten Rohren schwankenden Innendurchmesser können erhebliche Mess- und Berechnungsfehler entstehen. Konstante Messgenauigkeit Für den stationären Einbau im Druckluft-Verteilernetz und unmittelbar an Verbrauchern, wo geringere Leitungsdurchmesser (DN15…DN50) eingesetzt werden, hat Testo die Druckluftzähler testo 6440 entwickelt. Integrierte Ein- und Auslaufstrecken ermöglichen hohe Genauigkeit. Ein thermischer, glas-passivierter Keramiksensor bietet zugleich Robustheit und schnelle Ansprechzeiten. Im Gegensatz zu Einstechsonden haben die Sensoren eine exakt bekannte und immer gleiche Position im Rohr. Außerdem weisen die Messstrecken im Ein- und Auslauf keinerlei Unebenheiten, wie etwa Flansch-Rücksprünge, auf. Die lagegenaue Positionierung des Sensors in der Messstrecke trägt dazu bei, dass das Strömungsprofil konstant bleibt und eine konstant hohe Genauigkeit erreicht wird. In die kompakten Modelle ist eine Hochleistungselektronik integriert, die über zwei anwendungsspezifisch parametrierbare Ausgänge alle erforderlichen Signale für jede Anwendung bereitstellt. Ein Analogausgang liefert 4..20mA, und ein Impulsausgang ist in seiner Wertigkeit von 0,001 bis 4.000.000Nm3 einstellbar. Beide Ausgänge lassen sich zur aktuellen Durchfluss- bzw. Verbrauchsmessung, zur Aufsummierung sowie als mengen- oder zeitabhängige Schaltausgänge nutzen. Die Geräte gibt es in vier Durchmesserabstufungen: – testo 6441 (DN15) für 0,25 bis 75Nm3/h – testo 6442 (DN25) für 0,75 bis 225Nm3/h – testo 6443 (DN40) für 1,3 bis 410Nm3/h – testo 6444 (DN50) für 2,3 bis 700Nm3/h Die integrierte Summenfunktion (Totalisator) kann ohne zusätzliche Auswerteeinheit am Display sowie als Impulsausgang und auch als mengenabhängige Schaltausgang verwendet werden. Verbrauchsinformationen helfen Kosten zu senken Die Zuordnung der Druckluftkosten zu bestimmten Produktionsbereichen oder gar einzelnen Prozessschritten hat nicht nur einen kalkulatorischen Hintergrund, sondern dient gleichzeitig der Kostenüberwachung. Genaue Informationen über Verbräuche helfen, Leckagen zu erkennen und schaffen die Möglichkeit für Prozessverantwortliche, geeignete Maßnahmen zur Energieeinsparung zu ergreifen. Allein Leckagen stellen einen enormen Kostenfaktor dar. Untersuchungen wie z.B. durch das Fraunhofer-Institut im Zuge der Messkampagne \“Druckluft Effizient\“ haben gezeigt, dass zwischen 25 und 40% der erzeugten Druckluft als Leckagen vergeudet werden. Dabei treten über 96% aller Leckagen in Rohrleitungen DN50 und kleiner auf, vor allem an undichten Schläuchen, Armaturen, Kupplungen und Wartungseinheiten. Vor einer einzelnen Maschine oder einer Maschinengruppe installiert, detektiert der testo 6440 auch kleine Druckluft-Volumenströme. Fließen diese während Stillstandszeiten oder werden bekannte Max-Volumenströme bei unverändertem Verbraucherprofil überschritten, sind dies deutliche Kennzeichen für Leckagen. Die genaue Kenntnis darüber, in welchem Prozess wie viel Druckluft benötigt wird, ermöglicht auch ein Spitzenlast-Management. Kapazitäten lassen sich effizient verteilen und Erweiterungs-Investitionen in Kompressoren, Aufbereitung und Rohrleitungen können häufig vermieden werden. Verbraucher-Schutz Die Überwachung des Druckluft-Verbrauchs hat über ökonomische Gesichtspunkte hinaus in bestimmten Bereichen auch eine qualitäts- und sicherheitsrelevante Funktion. Einerseits benötigen Druckluftverbraucher eine Minimalversorgung, um ihre gewünschte Performance zu bringen. Andererseits müssen sie oft vor zu hoher Zuströmung geschützt werden. In kritischen Fällen hängt davon gar die Gewährleistung des jeweiligen Anlagenherstellers ab. Beide Überwachungsaufgaben lösen die testo 6440 durch frühzeitige Alarmmeldung über die integrierten Schaltausgänge.
Transparenz durch Druckluftzähler
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